*schubertiade

#Mitternachgedacht über Franz Schubert

{ … der Komponist mit dem kurzen Leben, doch eifrigen Schaffensprozess, man sagt, er habe die Ballade „Erlkönig“ morgens erhalten & bereits am Abend an einer Schubertiade aufgeführt; ebenso entstand das Forellenquintett nach einer durchzechten Nacht, nach etlichen Flaschen Wein & Zigarren, fing er im Morgengrauen plötzlich an, vor seinen Freunden „Die Forelle“ – wie sie eigentlich richtig heißt – zu komponieren; Schubert pflegte sogar, im Schlaf seine Brille zu tragen, um nächtliche Eingebungen oder traumhafte Melodien gleich notieren zu können … }

und daran, dass er „zum Componieren auf die Welt gekommen“ sei.

 

*martini

#Mitternachgedacht über den Martini-Sommer

eine weitere meteorologische Singularität des Jahres, mitten im November, ähnlich eines Altweibersommers im September, wenn es wieder, nochmal warm wird draußen, wenn es Sommer sein könnte, doch an den blattlosen Bäumen & an den roten, gelben, bunten oder kahlen Blättern im Wind sieht man es, dass es Herbst schneit, der Frühling des Winters, ein letztes Aufbegehren, ein Erblühen noch, des Sommers Revival, schönste aller Jahreszeiten, wie ich finde; die Martinsgans wurde heute verschont, weil wir picknickend am See sassen, den spätesten Sommer des Jahrkreises zu feiern, zum letzten Mal & wenn es mal trotz Martini kühl wurde, teilte ich ritterlich meinen Mantel mit ihr…

und an meinen Namenstag

*klabundern

#Mitternachgedacht an den 130. Geburtstag von Klabund

den man privat schlicht Fredi nannte, da er eigentlich Alfred Georg Hermann Henksche hieß, doch war er auch bekannt als Jucundus Fröhlich, sowie als Autor erotischer Gedichte unter dem Pseudonym Pol Patt. Er erklärte seinen neuen Namen „Klabund“ als ein Kunstwort, zusammengesetzt aus Klabautermann & Vagabund, auch deshalb, weil er gerne vorgab, ein umherziehender Poet zu sein; das Wort „Klabund“ drücke ebenso eine „Wandlung“ aus, wie er ab 1916 seiner Namensbedeutung noch hinzufügte, – nach seinen anfänglichen Verwirrungen während des ersten Weltkrieges; seine Geliebte Frau Brunhilde Heberle überzeugte ihn damals schließlich zum Pazifisten & engagierten Kriegsgegner. Er nannte sie liebevoll stets bei ihrem zweiten Vornamen Irene, griechisch „Eirene“; die Friedliche.

und übers Klabundern nächtlicher Tagträume


Klabund (4. November 1890 im heutigen Polen – 14. August 1928 in der Schweiz), deutscher Schriftsteller, Übersetzer ostasiatischer Poesie & Verfasser von 25 Dramen, 14 Romanen, vielen Erzählungen, Nachdichtungen und zahlreichen Gedichten.

*bluem∞n

#Mitternachgedacht über den zweiten Vollmond im Oktober

den Bluemoon, den ich schon im Nacken einer jeden blauen Stunde flüstern spür, der blaue Mond scharrt in den Löchern, stellt die Härchen, er füllt sich, erfüllt mich, ich erfühl ihn am Gänsehäutchen seines Blues‘, er packt mich seit Tagen am Kragen beim Schlafittchen & ich ihn im Gegenzug bei den Hörnern nächtelang; mit jedem Atemzug haucht er mich im Einklang an, mit dem Frieden seiner Tiden lässt er mich liebend links liegen; in nackten Nächten wie diesen sah ich die Völle des Kreises sich erschließen, vom ersten Prima her zum letzten Ultimo hin fließend, zum dreizehnten Monde, wie ich zu deinem reizenden Munde, damals wie demnächst…

und an eine geistreiche HalloweenZusammenkunft..👻