*verblaut

#Mitternachgedacht an die Blaupause des Erträglichen, so alltäglichen

{ … an den azuren Himmel des Tags, so anätzend – ans verwässerte Aquarellaquamarin, so anächzend – an die bläuliche Stunde am Abend, so anglotzend – an das tiefblaue Gewölbe bei Nacht, so angötzend – ; – übers Blaumachen bei diesem Enzian-Wetter, so anmächelig – über den Blue-Hour-Sour-Shot zur Stunde, so anlächelnd – übers Blausein mitten am Tag, so anzüglich – über den blauen Schimmelkäs im Cordon Bleu mit Blauburgunder, so angenossen – über den blauen Dunst zur Nocturne, so angerau[s]cht … }

und über das offen Livide, so angebläute.

*komPromiskuität

#Mitternachgedacht über die euphorische Wortgruppe um den „Kompromiss“

{ wenn man einem feuchten Umschlag, also einer ‚Kompresse‘ zur Wundabdeckung einen gewissen Druck hinzufügt, sogenannte ‚Kompression‘ betreibt & dann alle schön durch die ‚Presse‘ quetscht bis das ‚Kompromittieren‘, das Bloßstellen einzelner einsetzt, so führt dies bei den übrigen oftmals zu einem ‚Kompromiss‘; schließlich liegt hier die ‚Promission‘, das Versprechen zugrunde, sowie wohl auch eine gewisse Bereitschaft zur ‚Promiskuität’^^ }

und an die Zusage, eine Entscheidung jemand anderem zu überlassen.

(per Definitionem)

*ÿpsilon

#Mitternachgedacht über die Verwandtschaft gewisser Buchstaben

{ das Ypsilon (das „Einfache“) „Yist nicht nur in der Mathematik eine Unbekannte; abstammend vom ursprünglichen „w“ der Phönizier, bildete es sich im Frühgriechischen zu einem „u“ – wie beim englischen „Well“ ; im Altgriechischen hieß es bereits „ü“ oder „ü psilon“ – wie bei „Mythos“ ; französisch heißt es deshalb „i grec“, bei den Etruskern verlor es den unteren Strich, wurde zum „v“ ; im lateinisierten Alphabet wurde es mitunter als „j“ gesprochen – wie beim Wort „Yacht“ oder „ijwie beim englischen „Yellow“ ; im Alemannischen galt es als schlichtes „i“ – wie in „Sey frey wie ein Schwyzer“ & im Frühhochdeutschen besaß es sogar mal noch zwei Pÿnktchen .. }

und dass es englisch ausgesprochen wird als „Why“ ?

*honigmund

#Mitternachgedacht über die flitternde Juli-Flut 

{ den Juli nannte man früher „Honigmond“, angelehnt an „Honeymoon“, doch handelt es sich vielmehr um den französischen Begriff „Lune de Miel“, ganz im Gegensatz zum „Bittermoon“, dem „Lune de Fiel“, also ‚Mond der Galle‘ … demnach unterliege eine Liebesbeziehung ebenso einer Tide, der monatlichen Gezeit zwischen Zuneig & Abwend zu Grund; so schritt man in der Flut des Honigmonats im Hochsommer schließlich einst zum Altar, feierte die Hoch-Zeit des Jahres & sogleich die eigene Hochzeit der Liebe, um danach in die honigsüßen Flitterwochen zu entmonden… }

und an die August-Ebbe danach…