*tweeter

#Mitternachgedacht über twitter

{ mir ist es nicht wichtig, für mich spielt es keine rolle, wie lange man jemanden kennt, doch was man von ihm kennt, was man liest, doch was liest man so? wie viele windungen kennen sie? — oder sind wir beim du? wie viele wendungen kennst du von mir — ich zwitschere manchmal sacht, dann wieder unbedacht, nun schon lange, sind es schon so viele? – achttausend gedanken teilte ich schlicht mit dir, 8000 an der zahl, das ist karg genug, um jemanden zu kennen; für die einen mag es zu viel sein, blablablah, für die anderen zu still, balabalabala, für mich sind es genau 8tausend; ich denke an all die gelöschten & gar nicht notierten, an die Entwürfe, die man nie abschickt, an die pro jahr 52 allein zur nocturne verfassten, an die paar links mit recht, poesie meinerseits & bekundungen der solidarität unsererseits, einige statements einerlei, sprüche klopfend allerlei; für manche zu sehr zwischen den zeilen, zu wenig direkt, diskret, kein chat, ohne viele mentions & replys, mit verlinks versteckt, manchmal allzu menschlich, dann wieder zu sehr bemüht, vielleicht mal fehlerhaft oder aber über-korrekt; doch kaum jemand kennt einen schreibenden; auch mir ist es zu wenig, euch bloss jeweils in 180 zeichen zu lesen, doch wenn ich kann, lese ich euch gerne & hoffe still auf ein dito. }

und an die nächsten 8000 gedanken!

*knutsch

#Mitternachgedacht über Knut — nun ist aber auch genug!

{ Der St.-Knuts-Tag zu Ehren des heiligen Knuts IV., König von Dänemark, beendet als letzter Tag des Winter-Festkreises [endgültig] die Zeit des Advents, der Saturnalien-Wunder, der Lichterfeste, Rauhnächte & Epiphanien weit über Silvestern hinweg. Traditionell werden Tannenbäume verbrannt & all die Weihnachtsschmuckaden auf den Estrich verbannt, sozusagen ein Jahr in Quarantäne geschickt. In Skandinavien gipfelt Knuts im Brauch des „Julgransplundring“, dem feierlichen Plündern übrig gebliebener Süßigkeiten, die am Bäumchen hingen, dem Jagen nach Naschwerk in Strümpfen, Kalendern oder Keksdosen… }

und an den heutigen Neumond an russisch Neujahr: с новым годом!

*Operation „Epiphanie“

#Mitternachgedacht über die mir zugetragene, transzendente Epiphanie der letzten Rauhnächte

{ … als ich im neuen Jahr wieder erweckt wurde, erschien mir wohl ein Engelswesen ganz in Weiss; noch benommen & verschwommen hab ich irgendwas von einer „Bet-Truhe“ vernommen. — Was sollte das sein & was bewahre man denn in so einer Gebets-Kiste auf!? Etwas Koscheres, etwas Keusches & etwas Halales? Also Rosenkranz, Gebetsteppich, Schabbatskerze? Ein Buch, eine Schrift oder Bibel? Gebets-Riemen, Geissel-Knuten & Opfer-Gaben? Was braucht man denn zum Beten? Lange dachte ich darüber nach… Heute, am Dreikönigstag, — wieder richtig wach & klar — weiß ich, es war die Ärztin im Aufwachraum des Krankenhauses, die mir monatelange „Bett-Ruhe“ prophezeihte…

Amen, Schwester! 

*13.vollmond

#Mitternachgedacht an den 13. Vollmond des Jahres 

{ mal schau’n, lock-down! wie ganz europa den freiwilligen ausnahmezustand verlangt, silvester im trauten heim für jedermann verbringt & böllerverbot für alle verhängt; juhu, dachte ich insgeheim, besinnliches neujahr! zuhause sein, doch sich zurücknehmen, ohje-ohje, die armen, weissen männer in partylaune & privilegierten, starken frauen auf touren, die engen stirnen & maschen, die reichen schätzchen hoher nasen; wie es denen wohl ergeht? tja. — ich jedenfalls verbringe diese tage ganz privat in sicherer quarantäne im krankenhaus, völlig ohne corona, trotzdem ans bett gefesselt, einsam im zimmer, tagelang: frisch zum leben erweckt werde ich erst wieder 2021; ich hoffe, die ärzte rutschen mich gut rüber, bis dahin, locked-in…}

und an einen guten Neustart in diesem wie im nächsten!