#Mitternachgedacht an Ruska-Aika

der finnische herbst reiht sich nahtlos in die naturschauspiele unseres altweibersommers, des amerikanischen indian summers, sowie dem japanischen momijigari ein. im nördlichsten teil europas sind just in diesen tagen die impressionen der „ruska-aika“ zu bewundern, denn während im übrigen land die bäume noch grünen, ändern sie am polarkreis in lappland praktisch über nacht ihre farben; von den mooren bis in die gebirge leuchten birkenwälder plötzlich gülden, eschen schimmern gelblich-orangefarben, espen glänzen rötlich, explosionsartig erstrahlen ebenso sträucher sowie heidekräuter in tiefrot. die heimischen benennen den september „ruska“, wohl von der rus[ti]ka[len] „laubfärbung“, als schönste „aika“ („zeit“) des jahres.

und über die knalltollen vogelbeeren..

#Mitternachgedacht an Sex in Tokiolympia

es ist 17uhr, mitternacht in japan, dort in tokio, wo die olympionik*en für den nächsten superspreader-event ihr bestes geben. das olympia-dorf zeigt nach aussen den standard von innen; ökologisch, aus recyclebaren oder bereits wiederverwerteten materialien, in kürzester zeit erbaut, verdeutlichen jedoch bereits die betten eine gewisse landesmoral: damit die ruhestätten auch ausschliesslich dafür genutzt werden, bestehen sie aus biologischem „hartpapier“, also karton, und brechen bei einer belastung von zwei human ressources zusammen. ebenso ist es verboten, die rund 150’000 zur verfügung gestellten kondome im athleten-camp zu benutzen. schönes neues japan.

fucking problem gelöst.

#Mitternachgedankt

ob mir ein leben genommen oder mir eines geschenkt wurde, wusste ich lange nicht. ich kämpfte mich durch, versuchte, stark zu sein und zurück in mein altes leben zu finden, doch es gibt kein zurück, es gibt das alte leben nicht mehr. über ein halbes jahr haderte ich damit, doch letztendlich habe ich mich entschieden, dass mir ein leben geschenkt wurde, kein neues, sondern ein anderes. vielleicht habe ich das alte leben verloren, vielleicht auch die sprache, die poesie, vielleicht ein bein, das selbständigsein, ja – aber nicht meinen verstand, meine liebe nicht, nicht meine gattin; es ist nun eben mein anderes leben. mit schmerz und abhängigkeit zahle ich nun fortan den hohen preis, doch geizig war ich noch nie, immer nur ehrgeizig…

(in demut)

#Mitternachgedacht über den Tag der Schreibmaschine

Meine Leidenschaft zu Schreibmaschinen kann ich nicht leugnen; mein Zuhause birgt einige Schätze von Triumph bis Adler, über Imperial, sowie Underwood, hin zu Hermes, Olympia und Olivetti, etc.. Jede besitzt Charme, sowie auch ihren eigenen Charakter. Die eine Schreibclaviatur aus dem 19.Jahrhundert beherbergt dank Buchhaltung schon einen @ffenschwanz, sowie diverse Währungszeichen, eine andere dafür Paragraphen & einen TAB, meine Raggamachine zeigt mir stets eine Taste mit traurigem Smiley, eine weitere schrei(b)t nur in GROSSBUCHSTABEN; viele deutsche Schreibgeräte kennen das scharfe S auf unserer QWERTZ, wohingegen die französischen Modelle mit der AZERTY-Tastenbelegung versehen sind. Die amerikanischen verwenden seit dem Vorläufer der Remington im Jahre 1868 die originale QWERTY-Tastatur, mit der sich allein in der oberen Tastenzeile das Wort „TYPEWRITER“ schreiben lässt und in der mittleren Zeile schreibt es sich blitzschnell ein „FLASH“… O wie ich sie liebe, die Tasten, in die ich gleich hauen werde!

Sorry, Nachbarschaft!