Sonnenfinsternis & Sternschnuppenstrom
Der heutige Tag ist eine Sternstunde! So will ich der Sonnenfinsternis beiwohnen; wie sich der Neumond davorschiebt, wie ein Trabant sich zwischen 19 und 21 Uhr zwischen die Sonne und mich drängelt… Selbst wenn dieses Spektakel nur wenige Minuten dauern will, ist es wohl das letzte dieser Art, das ich sehen werde. Anschliessend bewundere ich zur Nocturne auch gleich den Meteoritenschauer der Perseiden. Wie jedes Jahr Anfangs bis Mitte August versuche ich, die Tränen des Laurentius aufzufangen. Bin begeistert von diesem „Sternschnuppenstrom“ – allein das Wort! – hat er doch schon so viele von uns vor unseren Zeiten inspiriert! — Diese paar Zeilen darüber habe ich unter diesem Schnuppenhagel geschrieben:
O Laurentius! hör nicht auf zu weinen
— O Laurentius! jede Schnuppe deines Himmels trägt eine deiner Tränen… so viele hast du vergossen geweint! Doch nicht vergebens; noch immer kullern sie des Nachts alljährlich, flennen auf uns hernieder, manche fliehen flehend aus deinem Tränenschwall, leer dich aus, eine nach der anderen, von weit donnern deine Tropfen wie Feuerkugeln schier zu Boden, der Venus Licht beinah in Konkurrenz — O Perseus! dein Heldenbild am Sternenzelt trägt das Haupt der Medusa, wie Schuppen fallen deine Schnuppen ab, aus Swift-Tuttles Staub geschüttelt, rauscht ein jedes Korn durch unsere Gefilde hindurch — O Urania! du Muse der Sternenkunde schickst die Astronomen im Crescendo als dein Heer mit 100km Pro seccondo zu uns her. — O Petrus! lass auch die hellen Wolken zu den Nokturnen an uns vorüberziehen; lass uns mit Liebes Segen klare Sterne regnen sehen — O Himmel! schreiend zeigen deine gefallenen Sternchen die Wünschchen, die sie für uns tragen, kreischend auf dem Weg zu den Hoffenden auf Erden — O Eirene! viele mögen von dir Frieden nicht nur erhoffen, vielmehr erwünschen sie ihn für sich persönlich, für andere politisch und für die Welt sozial; dir zu Ehren schauen wir heuer friedensdurstig in die dunkleere Luft hinauf — O Eros! schick deine Cupidos wie tolldreiste Glühwürmchen schweifend in die Arme der Sehnenden, wie Pfeile im Rausch flitzen deine Sterne in unsere Herzen geschossen von deiner Armee der Zielenden — O Erato! so manch verliebter Poet wünscht sich bei 100 leidenschaftlich glühenden Meteoriten pro Stunde gleich gefühlte tausend Mal dasselbe, selbst das gleiche und immer nur das Eine: — O Schweig! stille, denn Wünsche sollst Du nicht verraten, ehe sie Erfüllung sind. Denn ein geäußerter Wunsch verliert seine Reinheit; mit dem ausgesprochenen Wort wird er schlicht zu einer Bitte. Und während Wünsche ewig währen können, werden Bitten oft prinzipiell schnell abgelehnt…
Eine sternhageltolle Nacht
wünsche ich Dir! Und denke stets daran, falls Dir eines Nachts eine solche Shhhh!nuppe direkt in Deinen Schoss fällt. Überlege Dir Deinen geheimen Wunsch gut, hege ihn im Voraus & halte noch einen weiteren stets parat auf Vorrat; so bist Du poetisch gewappnet für einen spontanen Meteoritenschauer & hast später nicht die Schnuppe ‚was zu bereuen. Glaub daran – #Wünsche werden wahr!
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Für alle, die keine gesehen haben:


Hintergrund der Legende
Der Hl. Laurentius starb als christlicher Märtyrer aus Rom am 10./11. August 258 n. Chr. unter der Herrschaft des römischen Kaisers Valerian. Er wurde wegen seines Glaubens zu Tode gefoltert auf einem glühenden Rost, welchen er fortan als Heiligenattribut bei sich trägt. Die feurigen Tränen in dieser Nacht waren für viele Gläubige damals ein Zeichen des Himmels und erinnern heute an sein schweres Leiden und sein Weinen, begleitet mit den besten Wünschen für die Menschheit.



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