Aus Liebe zum gepflegten Wort.

Fließ, text

von

Poetische Kurzprosa. Denn in meiner Bücherstatt ist Durchlese-Wetter. Von einem Höhepunkt zum anderen, wie so eine Leseratte, ein Bücherwurm oder Narr…

Im Buch regnet es in Staben 
kursiv auf Dächer aus Papier, /
Text fließt von Buchdeckeln
in die Traufe, Worte sickern /
in Hülsen, rinnen zu Spielen
oder prasseln im Schwall, /
Silbentropfen tippen
ans geöffnete Fenster, /
die durchdringenden Stimmen
kratzen wie Katzen /
oder Federhalter auf Karton;
Wimpern triefen wie Füller, /
Tusche zerfliesst in den
Gesichtern der Geschichten /
wie Graffiti auf Beton.
In der Bleiwüste der Bücherstatt /
sind die Zeilen für Lesende
gelettert mit Wörtern getrockneter /
Tinte und ihre Absätze tackern
episch wie eine Hermes /
auf dem nassen Pflaster
von Type zu Type, Schritt für Schrift /
durch die Gassen und Winkel
von Plot zu Plot eigener Narrationen; /
eingeleitet vom närrischen Plätschern
der Lettern, /
verleitet vom onomatopoetischen Blättern
der Seiten, /
begleitet von heissen Wassern in Teekrug
und Wärmflasche. //

¶In diesem Sinne:
In meiner Bücherstatt ist Durchlesewetter.

Fließ, text

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