#LoveTheatreDay ¶

Was mir das Theater, die Bühne, das Schauspiel bedeutet. Und nicht nur mir. 

Das Theater; ein Ort, der die Magie der Poesie und die Nachdenklichkeit der Realität verschmelzen lässt. Aber nicht nur. Was das Theater besonders macht, sind die Menschen, die dies erst ermöglichen. Diejenigen, die nach gewissen, auch geistigen Idealen streben. Nicht nur, um die in der Gesellschaft vorhanden sozialen Lücken, zivilisierten Fehler oder politischen Missstände aufzuweisen, sondern auch – und vor allem – um des Träumens willen, des Spiels, des Theaters willen.

Theater bedeutet auch Talent. In allen Zweigen. Gemeint sind nicht bloß die Kreativen des Schauspiels, die Grundlegenden, wie die Bühnenautoren, Szeneschreiber, Dramatiker; auch nicht nur die darstellenden der Bühne, die Offensichtlichen, wie die Schauspieler und Mimen, Komödianten und Akteure: Auch vor den Brettern und hinter dem Vorhang träumen die Menschen gemeinsam. Die Bühnen- und Maskenbildner, die Kulissenschubser, die Beleuchter und Requisiteure, die Ton- und der Gewandmeister! Die Dramaturgen und Dramaqueens, wie die Intendanten und Regisseure, deren Assistenten und die Souffleure. Sowie die Menschen im Foyer;  die Programmheftverticker und Kartenknipser, die Garderobieren, die Kassenwarte und -wärter,  sowie die an der Theaterbar. Sie alle tragen dazu bei, dass das Theater zu einem besonderen Ort wird;  sie arbeiten dafür, dass die Bühne das Träumen – humoresk, absurd oder märchenhaft -, das Nachdenken – tiefgründig oder perspektivengewechselt – und das Fühlen – im Schönen wie im Schmerzhaften – mitsammen zulässt. Sie alle arbeiten an einer Idee, auch an einer Idée fixe eines kreativ-künstlerischen Lebens, eines Konzepts der Kunst, mit demselben Ziel vor Augen. Sie alle arbeiten in corpore, damit vom Theater eine sich der Realität entziehende Wirkung ausgeht, gleichzeitig eine sich der Phantasie entziehende Gegenwirkung stattfinden kann. Theater ist ein Prozess, ein sich stets änderndes, immer wieder neu erfindendes Medium, ein Lebewesen und: Eine Institution der Schöpfung! Eine unumstößliche Tradition der lebendigen Vielseitigkeit, eine Heimat, für mich.

¶In diesem Sinne:


Die Menschen machen das Theater – das Theater macht die Menschen. Die Menschen, die das Theater zu dem machen, was dann das Publikum zu spüren vermag.

5 Antworten auf “#LoveTheatreDay ¶”

  1. Deine Worte erinnern mich an das Leben, wo auch jedes Lebewesen dazugehört. Vielleicht ist das Theater ja auch so eine Art Leben, man könnte sagen wie Poes „Dream within a Dream“: Life within the Life. Aber wenn das Leben ein Traum in einem Traum ist, dann ist das Theater ein Traum in einem Traum in einem Traum. Poes Mutter war übrigens Schauspielerin in einer fahrenden Truppe. Manche Poe-Geschichten haben auch tatsächlich Kammerspiel-Charakter, besonders wenn man die Verfilmungen von Roger Corman betrachtet. Ist vielleicht ein wenig eng von mir gesehen alles und auch vielleicht nicht immer passend, aber ich bin eben auch ein Träumer, der sich die Welt zurecht träumt. Geschichten sind Träume und egal, was man betrachtet: Am Anfang stand immer ein Traum. Selbst Gott hat den Menschen zuerst „nur“ geträumt. Deine Texte gehören zu jenen, die einen zu Gedanken beflügeln. Du bist ein auch ein Vogel. Und du trägst Liebe in dir, weil du alle einbeziehst, wenn du dein Stück gibst: Und wenn du sprichst, weißt du, dass auch die Garderobenfrau dir zuhört und ihre hübsche Tochter 😉

  2. Diese Leidenschaft im Text eines Theatermenschens zu lesen – man spürt sie deutlich – zeichnet mir ein unfassbar grosses Geschöpf namens Theater auf, lebendig von den alten Griechen bis zur heutigen Zeit, niemals veraltet, immer innovativ.

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