The Howl of Myself ¶

ww„Von allen Porträts, die Künstler von mir angefertigt haben, mag ich das von Eakins am meisten: es ist nicht perfekt, aber es kommt mir am nächsten.“

„Die schlimmste und verbreiteste Krankheit, die uns alle, unsere Literatur, unsere Erziehung, unser Verhalten zueinander durchseucht, ist die ungesunde Sorge um den Schein.“

„Auf ihrer höchsten Warte und
in ihren erhabensten Schöpfungen
ist echte Dichtung der Ausdruck und
die Begleiterscheinung echter Religion.“

— W.W. ‚Letzte Aufzeichnungen‘

»›Grashalme‹ sind Gedichte, wie die Psalmen Gedichte sind, Eruptionen, deren Poesie in ihrer Kraft und Ursprünglichkeit liegt.« – Nachdichtung von Hans Reisiger. Mit einem Essay von Gustav Landauer, 448 Seiten, ISBN 1985 978-3-257-21351-5 – Diogenes Verlag – Grashalme

6 Antworten auf “The Howl of Myself ¶”

  1. “Die schlimmste und verbreiteste Krankheit, die uns alle, unsere Literatur, unsere Erziehung, unser Verhalten zueinander durchseucht, ist die ungesunde Sorge um den Schein.” W.W.

    Wohl war. Dennoch: ist der Schein nicht auch wichtig? Ist Schein nicht Inspiration, Hoffnung, der Motor, der uns nach Höherem streben lässt? Sind jene schier übernatürlichen Phantasien, die das Gegebene bereichern und ausbessern, sind sie nicht meist durch Funken von etwas entstanden, das gar nicht da war, sondern nur so – schien? Der Schein ist wahrlich Seuche, falsch genährt; doch im rechten Lichte wird er zum magischen Lebensraum, voll blanker Hallen, die nach Farbe lechzen, nach Gestaltung durch des Träumers glühend Hand.
    Schein hat reale Konsequenzen; ob siechen oder laben bestimmt der, dessen Auge vom Licht getroffen.

    1. Nichts gegen einen gesunden Schein, eine Verklärtheit, Verliebtheit sozusagen. Aber genau hingelesen sagt Walt Whitman, dass die „Sorge um den Schein“ die schlimmste Krankheit sei, genauer noch „die ungesunde Sorge“. Womöglich geht es doch auch um den Geldschein…

      1. Das stimmt, das stimmt.

        Ich wage verspätet hinzuzufügen, dass es mir in keinster Weise darum ging, Whitman zu widerlegen.
        Vielmehr hat das Zitat in mir einen Reiz ausgelöst, ergänzend eine weitere Seite seines Gedankens zu erkunden. Als hätte der gute, alte Walt eine Luke irgendwo in mir aufgemacht, aus der es zu strömen begann. Das passiert mir manchmal. Normalerweise hinterlasse ich diese Gedanken auch nicht in Kommentarsektionen und für andere mag es sich dabei auch bloß um Abwasser handeln,
        Meinerseits ergab sich daraus aber eine gewisse, wenn auch kleine, Freude, und daher möchte ich für die Anregung und das Forum danken!

        1. Reiz ist immer gut…
          Ich habe mich für Deinen Gedankengang erkenntlich zu zeigen. Wollte an dieser Stelle bloss ‚ungesund‘ und den ‚Schein‘ explizieren, damit es vielleicht auch weitere Luken öffnen kann. Liebe Grüsse.

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