Auf zur Schubertiade! ¶

Gesellschaftsspiel mit Schubert

Eine Schubertiade, laut Joachim Reiber:

“Ein Kreis von Gleichgesinnten, Seelenverwandten und Kennern, der sich mit den neuen Werken nicht nur hörend, sondern auch aktiv musizierend auseinandersetzte”.

Es plädierte doch auch Goethe für diese gesellige Form des Musizierens; in einem Brief an dessen Freund und musikalischen Berater C.F. Zelter schrieb er am 17. Mai 1815:

„Denn was nicht gesellig gesungen werden kann ist wirklich kein Gesang, wie ein Monolog kein Drama.“

Und Franz von Schober berichtete von der letzten Schubertiade:

„Ich hätte nur gewunschen, Du wärst da gewesen und hättest die herrlichen Melodien entstehen hören, es ist wunderbar, wie reich und blühend er wieder Gedanken hingegossen hat.“

„Auf zur Schubertiade!“, Kupelwieser

Robert Schumann sprach gar von

„Töne für die feinsten Empfindungen, Gedanken, ja Begebenheiten und Lebensumstände.“

Wobei Franz Schubert über sich selbst sagte:

„Zuweilen glaube ich wohl selbst im Stillen, es könne etwas aus mir werden, aber wer vermag nach Beethoven noch etwas zu machen?“

– Und Beethoven sagte über ihn:

„Wahrlich, in dem Schubert wohnt ein göttlicher Funke!“

– Doch Schubert wusste nichts davon, da es auch nie zu einer Begegnung kam; Erst als Beethoven zu Grabe getragen wurde, war Schubert einer der 36 Fackelträger.

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Schubertiade, Julius Schmid

Die Geschichte der Schubertiaden ist eine lange und traditionelle: Diese Hauskonzerte waren eine Mischung von freundschaftlichen Treffen, Lesungen, Unterhaltungsspielen und Aufführungen von Schuberts Werken, aber auch das leibliche Wohl kam nicht zu kurz. Schon zu Lebzeiten von Franz Schubert hat sich ein Freundeskreis des bedeutenden Wiener Komponisten getroffen; bei den ersten Schubertiaden spielte Franz Schubert Klavier, und der Bariton Johann Michael Vogl sang dessen Lieder. So prägte der Komponist selbst ab 1822 die Bezeichnung #Schubertiade, zu denen er persönlich seine engsten Freunde, wie Joseph von Spaun, Franz von Schober, Joseph von Gahy und viele andere einlud.

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Während einer dieser frivolen Veranstaltungen, die im privaten Rahmen stattfanden, scherzte ein Bekannter mit Schubert und warf ihm vor: „Was hast du nun von deiner Kunst, wenn du nicht einmal soviel damit verdienst wie ein Steinklopfer!“. Daraufhin möchte ich Schuberts Antwort zitieren, die da lautete: „Na, hör mal, ein Steinklopfer muß Steine klopfen, ich aber darf komponieren!“

Moritz von Schwind, Schubertiade
Moritz von Schwind, Schubertiade

Zu Schubert:

Franz Peter Schubert wurde am 31. Januar 1797 am Himmelpfortgrund in Wien, heute Teil des 9. Wiener Gemeindebezirks Alsergrund geboren. Er war ein österreichischer Komponist, Romantiker und Genie. Er starb am 19. November 1828 in Wien, der Schubertstadt.

In diesem Sinne:

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