Analgetika ¶

O Ihr Algesien mein!

Selbst der Musen sind es blosse Neune,
die Zehnte und auch die Leichte noch dazu:
Doch Ihr seid die Ungezählten, die Überzähligen!
Eure Armee dampft im Schatten eines jeden Dramas,
legt Ihr Eure gewalt’gen Arme um eine rünst’ge Schlacht,
so gewinnen die Kämpe als Beute Eure Drangsal und Marter.

Heilend ihre Qual doch danach an der Quell weilend
verharren diese Matadore dann am kastalischen Spring!
Durch Euch getrieben, in die Münder der Allegorien gelegt
und jedes blutzeugende Wort auf Waagen besudelten Goldes.

All die Tragöden erbeuten dadurch erst barbarische Kraft,
die Dichter aller Landen tanzen, singen Euer Leid, wie ewig,
Eure Pein wird von Minnesängern überliefert sein, wie einst!
Ihr graviert so Eure eig’nen Abbilder in die Denker, wie immer,
all diese Epiker eines jeden Bühnenhauses plagten, wie künftig,
ihre Stücke, unser Publikum, mit Eurer Leidenschaft, uns’rem Krieg.

O Ihr Musen mein!

In  diesem Sinne:

In der Pfütze voller Algesie vollbadend
in der eigenen Schmerzlache tümpeln.

— Ins©enario! (@WORTlieb) 5. September 2014

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