Novembernovelle ¶

Alte Texte fielen mir in die Hände, alle Texte fielen mir aus den Händen, viele Blätter fielen mir zu Boden, der ganze Stoß wild durcheinander, hier wirr mit roten Schriftzügen, da wieder geordnet-schreibgetippte oder vergilbte Seiten & zerknitterte, angefressene Blätter braun aus Buchen & Staben, mit gekritzeltem Blei & aus Tintengeschrei... ¶ Eine Herbstnovelle als Spätlese.

Septembersong ¶

Ein Herbst wie Juliette Gréco. Ein Septembersong in drei Variationen. Eine Impression der Jahreszeit. Frei nach Albert Camus' Gedanke «Der Herbst ist ein zweiter Frühling, wo jedes Blatt zur Blüte wird» — Und in ehrenvollem Gedenken an die Muse & Grande Dame de la Chanson; Juliette Gréco (7. 2.1927 - 23. September 2020)

In der BelAmiBar ¶

Diese amouröse Skizze eines stillen Beobachters, der an einem einsamen Ort zu seinem Valentin-Schatz fand, erzählt die Geschichte von gescheiterten Existenzen, der Abwesenheit von Verliebtheit & der Illusion eines Happy Ends: Sie beginnt am Feierabend eines 14. Februars in der BelAmiBar; hier scheint jeder Tag dem Valentin geweiht, der Liebe gewidmet & auch der Tragödie geschuldet. 

Der letzte Artgenosse ¶

Heute, am Tag des Artenschutzes las ich vom Lazarus-Phänomen; wegen einer seit über 100 Jahren ausgestorben geglaubten Riesenschildkröte, die wiederentdeckt wurde, Chelonoidis Phantasticus. Da erinnerte ich mich an die Kurzgeschichte über Sturheit, die ich einst im Zoo schrieb. Hier nachgetragen als dramatische Fabel.

Schaufensterbummel ¶

Eine Art Weihnachtsgeschichte. Zur Besinnung. Als noch nicht jede noch so kleine Manufaktur die Ressourcen für Reklame besaß und Werbung nicht an jeder ach so erdenklichen Stelle die potentiellen Käufer ansprang, als es noch keine Websites und Internet-Ads gab, die uns vorher bereits ausspionierten, um zu erfahren, worauf wir stehen; damals gingen wir oft Schaufensterbummeln...