Kopfkino

Abschied hat sich ausgeweht / er ruht / ist träge von Trug & Träger / gerade ist der Kanonenrauch verflogen / oder wars des Festes Rausch / nun sind die Koffer gepackt / schleppend / noch schwerer zu er-tragen / Du steckst in meinem Gepäck / oder ein Stück von Dir / soeben ist der Korb gewachsen / krummgeruckelt / auf meinem Buckel / noch waren meine Füße wanderlustig / oder waren sie heimlich ferngeweht / eben waren meine Knochen / trocken / nicht schwerer als der Wind / Ketten klammern / oder bist Du es Lieb / davor war mein Bauch gefüllt / nun ist er voll / fett / trunken von Dir war ich zuvor / oder wars der Durst / frei waren meine Gedanken / nun drehen sie sich im Kreis / um Dich herum / vielleicht komm ich wieder / oder schreib mir mal / Fühle mich Dir verbunden / doch ohne Bindung / ohne Bund / nicht wie Menschen sonst verbinden / oder an sich binden bloß / Gewohnheit ist ein Treuebruch / Bleiben ist das Recht das Du mir gabst / keine Pflicht die mich hält / … & wie Du Dich verabschiedet hast / oder war es traubel /


„Auf, auf! Nicht nach Rom führt eine Schneise wie eine Trasse; ich trampele hinterher auf dem Pfad, weg vom Weg, hin zur Straße. Back from the Roots, auf vielen Wegen und von wegen again: Auf!“ @Wortlieb/twitter



¶Auf ein letztes Wort*

Abschied lähmt zäh / zähmt jede Veränderung / Adieu weint nicht aus Freude / doch das Leben sucht / sich uns zusammen / wir finden einander / wenn es sein muss / oder sogar wieder. \\

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  1. Avatar von Nati

    Man spürt den unterschwelligen Schmerz der durch deine Zeilen weht.
    Dieses Verbunden sein und doch nicht zu nah an sich heran kommen lassen.
    Bloss nicht entscheiden, alles im Vagen halten.
    Furchtbar, aber leider kenn ich es auch nur zu gut.
    LG, Nati

    1. Avatar von @WORTlieb

      Danke für Deine Empathie –
      Abschied ist eben immer etwas Hartes, doch die Freude, die man erleben durfte, ist ja aber auch nicht zu verachten. Alles in guter Erinnerung zu behalten, heißt auch, die (gemeinsame) Zeit zu respektieren; dies heilt viele Wunden und schürt vielleicht noch die Vorfreude auf ein nächstes Mal.^^ Schließlich heißt es im Sprichwort, welches diesem Text zugrunde liegt, man solle gehen, wenn es am schönsten ist…
      – Dein Kommentar freut mich, auch dass der Text bei Dir Anklang findet; wir lesen uns wieder…
      Liebe Grüsse, Martin.

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